Die Zahl der Gedanken: Fakten und Mythen
Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein Mensch täglich zwischen 6.000 und 70.000 Gedanken denkt. Diese Spanne wirkt riesig, oder? Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass es sinnvoller ist, in „Gedankenepisoden“ zu denken – und davon haben wir rund 6.200 pro Tag. Doch die eigentliche Überraschung ist: Rund 80–90 % dieser Gedanken sind Wiederholungen. Ein Großteil läuft also auf Autopilot. Das ist für unser Gehirn sehr wichtig, denn dadruch spart es Energie.
Wie werden Gedanken gezählt? Methoden der Forschung
Vielleicht fragst Du Dich: Wie misst man eigentlich etwas so Flüchtiges wie Gedanken? Forschende arbeiten mit Techniken wie funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT), um Gehirnaktivitäten zu analysieren. 2020 entwickelten Wissenschaftler der Queen's University in Kanada (1) eine Methode, um den Beginn und das Ende von Gedankenepisoden zu identifizieren. Sie fanden heraus, dass wir im Durchschnitt alle 10 Sekunden einen neuen Gedankenschub erleben.
Der Einfluss von Gedanken auf unsere Stimmung und Gesundheit
Gedanken sind weit mehr als nur flüchtige Eindrücke – sie beeinflussen unser Wohlbefinden, unsere Energie und sogar unsere Gesundheit. Negativer Gedankenstress kann zu Anspannung, Schlafproblemen und einem geschwächten Immunsystem führen. Positive, bewusste Gedanken hingegen fördern Entspannung und Resilienz. Das Beste daran: Du kannst lernen, Deine Gedanken aktiv zu steuern!
Hier ist eine Auflistung potenzieller Probleme im Bereich der Gedankenüberflutung:
- Kognitive Überlastung: Zu viele Gedanken können dazu führen, dass das Gehirn überfordert ist und die Entscheidungsfindung erschwert wird.
- Stress und Angst: Eine hohe Anzahl an Gedanken kann Stress und Ängste hervorrufen, was sich negativ auf das Wohlbefinden auswirkt.
- Schlafprobleme: Gedankenkreisen in der Nacht kann zu Schlaflosigkeit führen, was die Erholung beeinträchtigt.
- Verminderte Konzentration: Die Vielzahl an Gedanken kann die Fähigkeit zur Fokussierung auf wichtige Aufgaben verringern.
- Negative Selbstgespräche: Häufige negative Gedanken können das Selbstbewusstsein untergraben und zu einem schlechten Selbstbild führen.
- Entscheidungsschwierigkeiten: Zu viele Optionen oder Meinungen im Kopf können es schwierig machen, klare Entscheidungen zu treffen.
- Verpasste Gelegenheiten: Durch ständige Grübelei könnten wertvolle Chancen verpasst werden, da man nicht im Hier und Jetzt agiert.
- Mangelnde Kreativität: Eine Überflutung mit Gedanken kann den kreativen Fluss hemmen und innovative Ideen blockieren.
- Soziale Isolation: Ständiges Nachdenken kann dazu führen, dass man sich von anderen zurückzieht und weniger soziale Kontakte pflegt.
- Ganzheitliche Auswirkungen auf Körper, Geist & Seele: Langfristige mentale Belastungen können sich negativ auf die physische Gesundheit auswirken, z.B. durch erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.
Bewusstseinszustände und ihre Auswirkungen auf die Gedankenfrequenz
Hast du schon einmal bemerkt, wie unterschiedlich Deine Gedanken fließen können? Manchmal rasen sie unkontrolliert dahin, als würdest du auf einem Karussell feststecken. Ein anderes Mal fühlst Du Dich ruhig und klar, fast so, als hättest du die Pausetaste gedrückt. Diese Unterschiede hängen stark mit Deinem Bewusstseinszustand zusammen. Dein mentaler Zustand wirkt wie ein Regler, der die Geschwindigkeit und Qualität Deiner Gedanken bestimmt.
Es gibt drei zentrale Zustände, die Deine Gedankenfrequenz beeinflussen. Dein Bewusstseinszustand bestimmt, wie Deine Gedanken fließen:
- Im Stressmodus (Autopilot) denkt Dein Gehirn ununterbrochen, oft chaotisch und wiederholend.
- In der Achtsamkeit werden Gedanken langsamer, klarer und geordneter. Du kannst selbst entscheiden, worauf du deinen Fokus legst.
- Im Flow-Zustand treten Gedanken in den Hintergrund, und du bist völlig im Moment – etwa beim Kochen oder Sport.
Wenn wir tiefer in die Gedankenfrequenz einsteigen würden, so müssten wir auch die verschiedenen Grundfrequenzen des Gehirns betrachten. Diese Frequenzzustände des Gehirns, auch bekannt als Gehirnwellen, sind elektromagnetische Muster, die durch neuronale Aktivität erzeugt werden. Hierzu folgt ein weiterer Blogartikel.
Der Zusammenhang zwischen Stress und Gedankenzahl
Stress ist der Treibstoff für Gedankenschleifen. Je mehr Druck Du spürst, desto schneller schwirren die Gedanken – häufig negativ oder sorgenbasiert. Diese Gedankenspiralen verstärken den Stress und wirken wie ein Kreislauf, der schwer zu durchbrechen ist. Umso wichtiger ist es, gezielt Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Dabei kommen ganz stark positive und negative Gedanken ins Spiel: Sie haben Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Wusstest Du, dass unser Gehirn von Natur aus dazu neigt, negative Gedanken stärker zu gewichten? Das liegt am sogenannten „negativity bias“ (2), einem Überlebensmechanismus unserer Vorfahren. Heute jedoch bringt uns dieser Mechanismus oft ins Ungleichgewicht. Die gute Nachricht: Durch regelmäßige Übungen – wie Achtsamkeit oder Dankbarkeit – kannst du dein Gehirn auf positive Gedanken trainieren.
Praktische Tipps zur Reduzierung von negativen Gedanken
Hier sind einige einfache, aber wirkungsvolle Impulse, um negative Gedankenschleifen zu durchbrechen:
- Affirmationen nutzen: Gönne Dir täglich zur gleichen Zeit eine Tasse Tee und denke bewusst über eine positive Intention nach.
- Atempausen einlegen: Atme für 4 Sekunden tief ein, halte den Atem für 4 Sekunden, und atme dann für 6 Sekunden aus. Das beruhigt den Geist.
- Gedanken „aufspüren“: Halte inne und frage dich: „Ist dieser Gedanke wahr? Oder nur eine Interpretation?“
- Dankbarkeitsritual: Schreibe jeden Abend drei Dinge auf, für die Du dankbar bist.
- Natur erleben: Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft, den Kopf zu klären.
- Meditation und Achtsamkeit: Bereits 5 Minuten täglich können Deinen Geist spürbar beruhigen.
Die Rolle von Achtsamkeit und Meditation in der Gedankensteuerung
Achtsamkeit ist der Schlüssel, um aus dem Autopilot-Modus auszusteigen. Meditation hilft Dir, Deine Gedanken zu beobachten, ohne dich von ihnen mitreißen zu lassen. Du kannst beispielsweise eine einfache Atemmeditation ausprobieren oder geführte Meditationen nutzen. Regelmäßigkeit ist hier entscheidend – selbst wenige Minuten am Tag machen einen Unterschied.
Deine Gedanken haben eine enorme Kraft – sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Indem Du Deine Gedankenschleifen erkennst und bewusst steuerst, kannst Du nicht nur Stress abbauen, sondern auch mehr Energie und Lebensfreude gewinnen. Du hast die Macht, aus dem Autopilot-Modus auszusteigen und dein Leben bewusster zu gestalten.
Probier doch einfach eine der Techniken aus, die ich dir vorgestellt habe. Vielleicht wird schon Dein nächster Spaziergang oder Deine nächste Atemübung ein kleiner Schritt in Richtung mehr Klarheit und Gelassenheit.
Du hast die Kontrolle – nutze sie! 😊
Energiegeladene Grüße
Deine Eva
- https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/hirnforschung-messen-wo-gedanken-anfangen-und-enden
- https://psychologie-des-gluecks.de/lexikon/negativity-bias/